Instrumentalisierung von Mythen als identitätsstiftendes Element des Stadtmarketings

Mythen der Stadt

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher strömen jährlich in den Kölner Dom, um neben dem imposanten Bauwerk die Gebeine der Heiligen Drei Könige zu bewundern; oder zumindest ihre Repräsentation. Dass Caspar, Melchior und Balthasar nur zum Teil und nicht alleine im Dreikönigenschrein verborgen liegen, scheint dabei nebensächlich. Der Mythos um die Ruhestätte der Drei Könige genügt, um Touristen und Stadtbewohner anzuziehen.

Mythen werden in Städten als wiederkehrende Erscheinungsbilder reproduziert und darüber hinaus zu Stadtmarketingzwecken verwendet – so die Hypothese. Die Kraft welche in Mythen steckt wird als identitätsstiftendes Element des Stadtmarketings instrumentalisiert und findet dabei unterschiedliche Artikulationsformen. Mit Hilfe von Roland Barthes’ entmystifizierender Betrachtung des Mythos als erweitertes Zeichensystem wird in dieser Arbeit untersucht, in welchen Formen sich Mythen als gestaltete Ausprägung im Stadtbild und Bildern der Kommunikation wiederfinden lassen und wie dies zu Zwecken des Stadtmarketings gebraucht wird.

 

In der Arbeit Mythen der Stadt wird zunächst der Mythosbegriff historisch verortet und geklärt, was Mythos heute meint, wie der Begriff in dieser Arbeit verwendet wird und in welche Bedeutungsrichtungen er sich clustern lässt. Anhand eines Beispiels mit Bezug zur Stadt Köln, wird die Struktur und Funktion des Mythos nach Roland Barthes erklärt. Anschließend wird ein Beispiel eines bekannten Kölner Mythos im Detail betrachtet. Was ist seine Geschichte, in welchen Formen der Narration ist er im heutigen Stadtbild vertreten und in welcher Weise wird der Mythos transformiert?

Es folgt die Betrachtung des Mythos in identitätsstiftender Funktion für Städte. Wird der Mythos zu Stadtmarketingzwecken herangezogen und wenn ja, in welcher Weise? Um dies herauszufinden wird eine sprachstatistische Methode und Detailanalyse angewendet, mit welchen Städte hinsichtlich ihres Mythos als identitätsstiftendes Element zu Stadtmarketingzwecken betrachtet werden. Schließlich wird ein Ausblick darauf gegeben, welche Kraft Mythen der Stadt zu Vermarktungszwecken haben können und wie dies als gestalteter Ausdruck instrumentalisiert wird.

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