Zur semiotischen Theorie von Eco

Theorie der Zeichen

Das Zeichen ist Zeichen vom Zeichen

Umberto Eco ist wohl einer der bedeutendsten Semiotiker unserer Zeit; 1932 in Italien geboren, erhielt er nach einem Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft, im Alter von 42 Jahren die weltweit erste Professur für Semiotik an der Universität Bologna. Dem breiten Publikum ist er vor allem durch sein belletristisches Werk wie den Bestsellern Der Name der Rose oder Das Foucaultsche Pendel bekannt.

In seiner Einführung in die Semiotik, 1972 als deutschsprachige Fassung im Wilhelm Fink
Verlag erschienen, liefert er einen Überblick über die verschiedenen Forschungsbereiche der
Semiotik und entwickelt aufbauend auf sprachwissenschaftlichen und philosophischen Theorien eine eigene Perspektive. Hierbei setzt sich Eco kritisch mit der strukturalistischen Semiotik von Claude Lévi­Strauss auseinander und befasst sich mit Theorien von Ferdinand de Saussure und Charles Sanders Peirce. Dessen grundlegende Definition der Semiotik stellt er seinen eigenen Überlegungen voran: „I am, as far as I know, a pioneer, or rather a backwoodsman, in the work of clearing and opening up what I call semiotic, that is, the doctrine of the essential nature and fundamental varieties of possible semiosis“ (Peirce 1934: 5, 488).

Der Terminus Semiotik (aus dem griechischen semeion Zeichen und sema Signal, Zeichen) bezeichnete zunächst die „medizinische Lehre von den Symptomen“ (Nöth 2000: 1). Erst seit dem 17. Jahrhundert beschreibt der Begriff die allgemeine Theorie der Zeichen und Zeichenprozesse. Was man heute als Semiotik benennt, entwickelte sich aus unterschiedlichen Einzelwissenschaften, wie Linguistik, Sprachphilosophie, Literatur-wissenschaft oder Semantik und wird nach wie vor bestimmt durch „eine Vielzahl von Positionen, Richtungen, Perspektiven“ (Nöth 2000).

Vollständigen Text lesen

Eco, Umberto: Einführung in die Semiotik, Fink Verlag, 1972
Nöth, Winfried: Handbuch der Semiotik, Metzler Verlag, 2000
Peirce, Charles Sanders: Collected Papers (Cambridge: Harvard Un. Press), 1934